Metalfest 2012: Von Chaos, Sonne und der unendlichen Dunkelheit…


Wir sind zurück vom Metalfest 2012 an der Loreley und haben uns nun genug erholt, um einen kleinen, aber feinen Bericht darüber zu verfassen – zwar ohne Rezept, denn außer Dosenfraß und Fertignudeln gab es nicht viel, außer Alkohol, dafür aber mit umso mehr Kuriositäten. Die Landschaft und das Festivalgelände sind wirklich unglaublich und märchenhaft, was auf jeden Fall eine Erwähnung wert ist. Auch auf dem Festivalgelände gab es eine Vielzahl an verschiedensten Futterständen und ein breites Angebot an Klamotten (sogar ’nen BM-Stand, yeah!) zu den üblichen Festivalpreisen.

Von den Bands werden wir nicht besonders viel berichten, einerseits, weil die Beurteilung eines Gigs doch immer Geschmackssache ist, andererseits aber auch, weil wir quasi keine Band gesehen haben. Macht nix, die Stimmung auf dem Campinggelände war ohnehin besser, als jede Band es hätte sein können. Zunächst einmal gibt es da die Katagorie der Kuriositäten, die einem auf beinahe jedem Festival begegnen. Beispielsweise ein „Megaphon“-Lied, gesungen um 5 Uhr morgens durch… tadada… ein Megaphon. Nervig, aber auch so lustig, dass bis heute ein fieser Ohrwurm zurückgeblieben ist. Dann gab es da noch ein Bier-Totem. Wirklich unglaublich, was Metalheads mit auf Festivals schleppen – und was daraus dann gemacht wird…:

Ähnlich kreativ war auch „Urin, der angepisste Rabe“, eine Kreation aus einem Taubenschreck-Raben und einem Ast, liebevoll angerichtet mit zahlreichen Bierdosen – wir haben mit einer wundervollen Dose „Ottweiler Pils“ unseren kleinen Beitrag zu diesem Glanzstück metallischer Kunst geleistet. In diesem Sinne: Heil dir, Urin, Gott der Ausscheidungen!

Der wahrscheinlich coolste Typ des Festivals, der uns quasi direkt vor die Nase „gesprungen“ ist, war jedoch definitiv er hier, der Metal-Tigger. Ein wenig wortkarg ist er schon, aber seine Coolness wäre ohnehin nicht in Worte zu fassen. Junge, du rockst!

Die Stimmung auf dem Camp-Ground war wirklich unbeschreiblich, tausende Metalheads versunken in Müll, Chaos und Bierdosen – wären da nicht der Brand der Müllcontainer und der unermüdliche Einsatz der Ali-Pfandsammler dazwischen gekommen… So wurde aus Müll schwarzer Rauch, die Feuerwehr brachte es zum Schneien, ein orangener Müllcontainer wurde grün und unsere Nachbarn kommentierten das ganze Geschehen wortlos, aber humoristisch mit Amon Amarth’s „Death in Fire“.

Das war der lustige Teil. Nun zu dem weniger schönen Part: Die Organisation. Und zunächst einmal unser Beileid an alle, die sich 3 Stunden für ein Festivalbändchen anstellen mussten. Genau so auch wollen wir derer gedenken, die in absoluter Dunkelheit Stürze über diverse Zelte und Pavillions nicht überstanden haben bzw. deren Blasen aufgrund der wundervollen Toilettensituation geplatzt sind. Ein Krankenwagen hätte auch nicht helfen können, es gab ja keine Zufahrtswege. Auch die Vorstellungen von Sicherheit in Form der Frage „Hast du Waffen dabei?“ – „Nein“. – „Gut, dann geh durch“ ist man von anderen Festivals so nicht unbedingt gewohnt. Hätte es jemand darauf angelegt, so hätte er/sie  mit einem montierten Panzer über das Festivalgelände fahren können. Naja.

Da auch die Duschsituation alles andere als gut war (ok, ein Metal-Festival ist kein Ponyhof, aber wenn man für das Duschen schon bezahlt..), dachten sich wohl einige „nach mir die Sintflut“… weswegen der Platz sich nach und nach in ein Schlachtfeld verwandelte. Zahlreiche unschuldige Pavillions, Stühle, Grills, Iso-Matten, Kleidungsstücke und Zelte sind nie mehr aus der Schlacht zurückgekehrt…

Alles in allem war es dennoch ein gelungenes, lustig-perlendes verlängertes Festival-Wochenende, das man mit ausreichend Geduld, einer starken Blase, einem Verbandskasten und einer funktionierenden Taschenlampe unbeschadet überstehen konnte. Auf ein Neues im Jahr 2013!

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~ von Böse Backfee feat. Küchendämon - 11. Juni 2012.

12 Antworten to “Metalfest 2012: Von Chaos, Sonne und der unendlichen Dunkelheit…”

  1. das hört sich mal nach einem gelungenen festivalbesuch an;) ich wollte zuerst ebenfalls aufs MF, leider ist es dann nichts geworden:(

    fahrt ihr zufällig auf das metalcamp oder ist euch das dann doch eher etwas zu weit? ich kann nur sagen das sich für das festival jeder weg lohnt;)

    • Organisationstechnisch war das MF West eine echte Katastrophe, hätte mich mal interessiert, ob das bei den anderen beiden MF’s auch so war…
      Metalcamp wär wirklich mal ne Maßnahme, allerdings ist das wirklich mehr als nur ein gutes Stück weg… Fährst du hin?

  2. Ich finde es ohnehin schon beeindruckend wie das mit den zeitgleichen metalfestEN und den bands gemanagt werden soll. da sind wohl ein paar sachen zu kurz gekommen.

    ich fahre das jahr sogar zum 6. mal in folge auf das camp weil es für mich mit abstand das chilligste und geilste festival ist auf dem ich je war. (dazu muss ich sagen ich war noch nie am metalfest oder wacken.)
    ich möchte euch das Metalcamp aber wirklich empfehlen weil man unter tags in einem strahlendblauen fluss (mit trinkwasserquali!) badeurlaub machen kann, am campingplatz den wahnsinn genießen, shoppen, paragleiten, schluchtenwanderungen buchen… und ab nachmittag bands ansehen wenn man keinen anderen unfug vor hat;) ich muß mich bremsen sonst schreibe ich hier eine ganze doktorarbeit darüber;)

  3. Klingt echt geil, auch schon, ohne zu wissen, was da überhaupt spielt 😀 Das ist echt mal ne Überlegung wert, zumal es anscheindend sogar Busreisen dort hin gibt, die sogar hier Leute einsammeln.. echt chillig ^^

  4. Dein Blog schaut ja richtig gut aus:)

    Schöne Grüße zurück.

  5. hört sich nett an 😀 und gute bilder

  6. Sieht aus wie ne richtig geile Party 😀

  7. bin ich auch ein ordentlicher festivalgänger, aber eher im sinne von rock am ring oder hurricane. scheint ja ein gutes wochenende gewesen (auch ohne bands) zu sein! 🙂

  8. hab ichs euch also schmackhaft gemacht?;) also wenn ihr euch wirklich entscheidet aufs MC zu fahren können wir uns auch gerne mal kennen lernen;)

    • Hehe, dieses Jahr ists wohl eher etwas zu „spontan“ (und es sind ja auch schon andere Festivals in Planung), aber für nächstes Jahr wärs definitiv ’ne Überlegung wert.. Ne ganze Woche Madness wär schon geil!
      Kommst du denn auch mal auf ein Festival nach Deutschland? 😉

      • schade, aber kann verstehen das es jetzt etwas zu kurzfristig ist ne ganze woche urlaub für ein festival rauszuschlagen.

        momentan sind keine anderen Festivals in Planung. Mein Schatz feiert dieses Jahr am MC erst sein Festivaldabüt und ich hoffe das er genauso süchtig wird wie ich. Momentan hat er eher noch etwas Bammel;) Aber wenn alles gut geht werde/n ich/wir definitiv auch wiedermal in D auf einem Festival zu finden sein.
        Was steht denn bei euch dieses Jahr noch an?
        Wär schon lustig sich mal auf nem Campingplatz zu treffen.

  9. yeah^^ würde gerne auch auf so ein festival..

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